Grand Voyager funkt SOS im Mittelmeer

Das war eine harte Bewährungsprobe, auf die die Passagiere und die Mannschaft der “Grand Voyager” gestellt wurden, als sie auf Ihrer Reise von Tunis nach Barcelona in einen heftigen Sturm gerieten. Sich überlagernde Wellen und sehr hoch gehende See hatten das Schiff in arge Bedrändnis gebracht. Die Voyager steuerte ihren Kurs gegen den Wind, als eine Welle über das Vorschiff brach und gegen die Brücke prallte. Dabei wurde eine der knapp zwei Zentimeter dicken Scheiben in Stücke gerissen.


Auf der Internetseite von ESYS heisst es: “Ich spürte einen schweren Schlag, und das Schiff spielte verrückt, als wäre es von einer Ohrfeige Neptuns getroffen.” So blumig schilderte nach der Ankunft in Cagliaro ein spanischer Passagier seine Eindrücke. “Der Seegang war furchtbar. An Bord flogen alle möglichen Dinge umher: Tische, Stühle und Liegen”, erzählt eine Passagierin. Andere Reisende berichteten, das Schiff sei mit solcher Wucht auf die Wellen geprallt, dass sogar zahlreiche Gegenstände aus ihren Verankerungen gerissen wurden. “In meiner Kabine flog der Fernseher durch die Luft und zerschellte in 1000 Stücke”, sagt ein Passagier. Menschen seien schreiend vor Angst und Schmerzen durch das Schiff geschleudert worden. Pärchen klammerten sich aneinander. Manche Urlauber bluteten, die meisten mußten sich übergeben. 


Nach der Havarie gelang es mit dem automatisch anspringenden Notstromaggregat aber offensichtlich, zunächst eine der vier knapp 13.000 PS starken Maschinen in Gang zu setzen. Deren Kraft reichte, um das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Ohne Steuerung legen sich Schiffe quer zur See und beginnen nach beiden Seiten zu schwanken. Dieses Rollen, das auf den Luftfotos der “Voyager” nach der Havarie gut zu erkennen war, ist gefährlich und auch unangenehm für die Passagiere, da auch Stabilisatoren nur bei Fahrt wirken.


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